Die amerikanische Firma 3D-Systems hat für eine Ausstellung in New York ein Skateboard mit Hilfe eines 3D-Druckers hergestellt. Das Ziel der Ausstellung war die Veranschaulichung der komplexen Strukturen und Gegenstände, welche schon heute mittels 3D-Druck entstehen können. So fiel das Augenmerk auf einen Gegenstand, den es zwar schon seit Jahrzehnten in seiner ursprünglichen Form gibt, bei dem aber immer noch Verbesserungspotential besteht.

Alles aus einem Stück

Der große Vorteil des 3D-Drucks ist, dass das komplette Board aus nur einem Stück besteht. Es gibt keine Verschraubungen, keine Klebestellen, alles wird mit einem einzigen Handstrich gefertigt. Die Einzigartigkeit in der Herstellung spielt eine enorme Rolle für die Stabilität des Produktes. Ein gewöhnliches Skateboard besitzt in der Regel viele Verschraubungen und Klebestellen – sie alle stellen natürliche Schwachstellen für Brüche etc. dar. Beim Skateboard aus dem 3D-Drucker gibt es sie einfach nicht.

Aufgrund des geringeren Materialeinsatzes reduziert sich auch das Gewicht des Skateboards um fast 50 %. Wenn ein gewöhnliches Skateboard etwas mehr als drei Kilogramm wiegt, bringt das Produkt aus dem 3D-Drucker ungefähr 1,5 Kilogramm auf die Waage und das alles bei sogar noch höherer Stabilität. Allerdings ist noch nicht alles aus demselben Material gemacht. Während des Druckes wird das Material getauscht. Die Fläche, auf der der Fahrer steht, besteht aus festem Nylon, die Achsen, an denen die Räder befestigt sind, dahingegen aus Karbon.
Der Gewichtsverlust ist aber nicht nur dem leichteren Material zuzuschreiben, sondern auch der Form. Denn von oben betrachtet, sieht das Skateboard nicht aus wie ein Herkömmliches.

Komplexe Berechnungen für die nötige Stabilität

Um eine höhere Stabilität auf dem Board zu gewährleisten, muss die Fläche nicht notwendigerweise aus einem geschlossenen Stück bestehen. Es ist sinnvoller, wenn die Fläche wie ein Gewebe konstruiert ist und kleinere „Löcher“ bzw. Hohlräume aufweist, welche mögliche Stöße und Schläge besser aufnehmen können als ein einfaches Board. Aus der Vogelperspektive sieht das Skateboard aus dem 3D-Drucker daher aus wie ein löchrige, alte Platte. Für Skater, die auf die Ästhetik des Boards einen gesteigerten Wert legen, mag das Design daher noch etwas gewöhnungsbedürftig sein.

Es ist gut vorstellbar, dass in der Zukunft viele Bauteile für Sportgeräte, aber auch für Autos und Flugzeuge mit Hilfe von 3D-Druckern hergestellt werden. Die Produkte bieten dann den Vorteil, dass sie so exakt und präzise gefertigt werden können, wie es bisher bei keinem anderen Verfahren möglich ist. Außerdem können durch neue Formen und Designs nicht nur die Stabilität verbessert, sondern auch das Gewicht drastisch reduziert werden. Das spart Zeit, Kosten und Ressourcen.

Comments Off on Das Skateboard aus dem 3D-Drucker

Comments are closed.