Wer seinen Geldbeutel etwas entleeren und auf eine andere Art und Weise essen gehen möchte, ist bei Food Ink. genau an der richtigen Adresse. Das Restaurant stellt nämlich nicht nur alle Gegenstände wie Stühle, Tische und Geschirr in 3D-Druckern her, das Essen wird ebenfalls gedruckt. Das erste Restaurant eröffnete im vergangenen Jahr in London. In enger Zusammenarbeit mit ausgezeichneten Starköchen und Architekten wurde das Projekt vom spanischen Startup Natural Machines ins Leben gerufen und kam sowohl beim Publikum als auch bei Kritikern sehr gut an.

Wie genau funktioniert gedrucktes Essen?

Beim gedruckten Essen handelt es sich natürlich nicht um komplette Gänge mit Fleisch oder Fisch, wie aus dem Restaurant bekannt. Food Ink. setzt in diesem Sinne mehr auf das Aussehen des Essens und den Herstellungsvorgang, der Geschmack soll aber natürlich auch nicht leiden. Einige Köche sind mehrere Stunden am Tag damit beschäftigt, Pürees aus Früchten und Gemüse herzustellen. Mit den frisch zubereiteten Pürees werden die 3D-Drucker dann befüllt und servieren dem Kunden das Essen direkt auf den Tisch.

Allerdings kommt das Essen nicht sofort, der Kunde muss natürlich warten, bis das Essen gedruckt ist. Das kann etwas dauern. Eines ist jedoch klar: das Essen ist frisch und auf jeden Fall lecker. Die 3D-Drucker platzieren dabei alles millimetergenau, das Auge isst schließlich mit. Aktuell bietet das Restaurant neun-Gänge Menüs an, ob der Gast davon satt wird, ist allerdings zu bestreiten. Beim Besuch des Lokals geht es mehr um das Erlebnis und das Staunen. Gestaunt wird darüber, wie weit die Technik heute ist. Möglicherweise werden Menschen in einigen Jahren gar nicht mehr kochen, sondern Maschinen die Arbeit übernehmen lassen. Gut aussehen tut das Essen nämlich auf jeden Fall.

Was kann man bei Food Ink. noch erleben?

Nur gedrucktes Essen? Nein, das wäre zu langweilig. Bei Food Ink. kann der Kunde noch viel mehr ausprobieren. Wer möchte, kann zum Essen auch eine VR-Brille anziehen. Mit der Brille wird die Wahrnehmung der Farben und Formen noch weiter verstärkt, sodass sich der Kunde beim Essen in seiner eigenen Welt befindet. Er merkt nichts von Außenstehenden und kann das Essen in voller Ruhe genießen. Zudem werden künstliche Gerüche in die Luft freigesetzt, um das Feeling noch weiter zu stärken. Ziel der Gründer von Food Ink., Antony Dobrzensky und Marcio Barradas, ist es, den Umgang mit Lebensmitteln und das Essen neu zu erfinden und erlebbar zu machen.

Für den Besuch des Lokals müssen Kunden allerdings wirklich tief in den Geldbeutel greifen. Rund 300 Euro kostet das komplette Menü im Restaurant. Ein Lokal soll bald in Berlin eröffnen, allerdings nur für einige Tage. Das Unternehmen möchte zuerst nur auf Events auftreten, bevor weitere dauerhafte Läden folgen werden, denn das Geschäft mit gedrucktem Essen ist nicht gerade günstig. Hinzu kommt, dass auch alle Möbelstücke und sogar das Geschirr im eigenen 3D-Drucker hergestellt werden. Das erhöht natürlich die ständig laufenden Kosten des Unternehmens. Bei allen Produkten wird darauf geachtet, nur Obst und Gemüse aus der Region zu verwenden. Damit unterstützt das Unternehmen die lokalen Bauern und fördert den Umweltschutz.

Ob der 3D-Drucker schon bald unsere eigene Küche revolutioniert, ist zurzeit sehr fraglich. Allerdings ist es erstaunlich, auf welche Ideen Menschen mit 3D-Druckern kommen und wie sie diese verkaufen. Möglicherweise gibt es bald schon Snack-Automaten, die innerhalb weniger Minuten ein individuelles Gericht für den Kunden drucken können.

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