Der Einsatz der 3D-Drucker war bis vor einigen Monaten und Jahren stark beschränkt auf die Herstellung von Prototypen aus Kunststoff. Kunststoff ist leicht zu schmelzen und verhärtet auch sehr schnell, weswegen es bis dahin in 3D-Druckern am meisten verwendet wurde. Allerdings hat das Material nicht die Eigenschaften, die in der Industrie notwendig sind, nicht alles kann mit einem Bauteil aus Kunststoff simuliert werden.

Impossible Products aus Silikon

Bislang gab es auch sogenannte Impossible Products. Dabei handelt es sich um Geometrien, die so komplex sind, dass sie mit einem 3D Drucker nicht hergestellt werden können. Dem Problem wurde nun mit dem 3D-Druck aus Silikon ein Ende gesetzt. Ein deutsches Unternehmen setzt erstmals Silikon im 3D-Drucker ein.

Der Weg zu dem Einsatz war nicht einfach, denn Silikon ist nicht so einfach zu schmelzen. Außerdem benötigt man UV-Licht, um das Material zu härten. Der Vorgang ist ähnlich wie bei der Zahnfüllung beim Zahnarzt, wenn der ein kleines UV-Gerät an die Füllung anlegt, damit sie aushärtet. Nun befindet sich im Drucker eine UV-Quelle, die das Silikon erhärten lässt. Natürlich muss die Quelle erst dann aktiv werden, wenn das Silikon im 3D-Drucker die richtige Position und Form erreicht hat, sonst wird es zu früh hart und das Produkt misslingt. Mit der neuen Technologie ist die Herstellung von sehr komplexen Geometrien und Gegenständen ein Problem der Vergangenheit. Die Bauteile aus Silikon sind dabei von großer Bedeutung in der Medizin, in der Industrie und bei Designern, da sie als Prototypen agieren.

Industrielle Qualität im Desktop-Format

Ein neuer 3D-Drucker „Odin“ der Firma PICASO 3D aus Russland erobert zurzeit den Markt. Die Idee ist so einfach wie genial. Die russischen Entwickler haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen 3D-Drucker zu entwickeln, der im handlichen Desktop-Format in industrieller Qualität drucken kann. Somit kann jeder normale Mensch zu Hause Prototypen von sehr hoher Qualität herstellen. Der Drucker war allerdings alles andere als einfach zu entwickeln.

Im Inneren steckt eine neue, patentierte Technologie, die einen schnellen und präzisen Druck ermöglicht. Bei der JetSwitch-Technologie werden statt einer Düse gleich zwei Düsen verwendet. Es können verschiedene Materialien ohne Tropfen und mit hoher Geschwindigkeit verarbeitet werden.
Der Drucker wird mit knapp 4000 Euro inklusive Mehrwertsteuer in Deutschland Anfang 2017 zu kaufen sein. Geeignet ist der neue Drucker vor allem für kleinere Unternehmen, die nun Gegenstände aus hoher Qualität mit dem 3D-Drucker anfertigen können.

Großes Potenzial für die Zukunft

Der 3D-Druck ist aber nicht nur Gegenstand der Industrie, sondern kann auch vom Normalverbraucher verwendet werden. Egal ob für kleine Spielereien, Geschenke oder tatsächlich für das Drucken von Ersatzteilen für bestimmte Geräte, der 3D Drucker erobert auch langsam die Wohnzimmer in Deutschland. Möglicherweise werden Menschen in einigen Jahren nicht mehr zum Baumarkt gehen, um ein bestimmtes Produkt zu kaufen, sondern sich dieses einfach und schnell zu Hause drucken. In jedem Fall handelt es sich bei dem Trend um eine Geschäftsidee mit unglaublich viel Potential.

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